Zweifarbiges Patent stricken, die Grundlagen

Wenn ich was liebe, dann ist es zweifarbiges Patent:

Jacke aus zweifarbigem PatentZweifarbiges Patent und NetzpatentSchräger Pulli aus zweifarbiem PatentBlockstreifen aus zweifarbigem Patent

Eigentlich ist es ganz einfach zu stricken, aber dabei unheimlich effektvoll. Wie es geht, möchte ich Ihnen hier ein bißchen erklären.

Wichtig ist als erstes, daß man Nadeln braucht mit einer Spitze an beiden Seiten. Die Maschen müssen immer wieder vom Anfang zum Ende geschoben werden. Ich habe hier bei meinem Beispiel Sockennadeln genommen, bei einem Pulli wird man eher Rundstricknadeln nehmen.

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Als erstes muß ich mich für eine Grundfarbe entscheiden, in der ich auch das Bündchen stricke. Das Bündchen wird am Besten 1/1 gestrickt mit einer ungeraden Maschenzahl und auf der Vorderseite nach bzw. vor der Randmasche eine rechte Masche.

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Nun beginne ich mit meiner Grundfarbe folgendermaßen: Randmasche, eine rechte Masche, eine Masche mit Umschlag wie zum Linksstricken abheben (das sieht man auf diesem Bild), eine rechte Masche, eine Masche mit Umschlag wie zum Linksstricken abheben, usw. enden mit einer rechten Masche.

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So sieht diese erste Reihe auf der Nadel dann in Nah aus.

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Nun schiebe ich die Maschen an den Anfang der Nadel und beginne wieder von vorne, diesmal aber mit meiner Schmuckfarbe. In die Randmasche steche ich seitlich ein und stricke sie ab (das mache ich aber nur in der ersten Reihe!) Dann hebe ich die erste Masche, die ich ja schon mit der Grundfarbe rechts gestrickt habe ab, wieder mit einem Umschlag, und stricke

007die nächste Masche, die ich in der Grundfarbe abgehoben habe, mit ihrem Umschlag zusammen links ab. So stricke ich die erste Doppelreihe. Ich habe mir übrigens angewöhnt bei Patent immer von einer Doppelreihe zu sprechen, auch in meinen Anleitungen, denn man sieht ja immer von zwei Reihen nur eine.

 008So sieht dann die erste Doppelreihe aus.

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Meine Arbeit habe ich gewendet und damit ich einen ordentlichen Rand bekomme stricke ich die Randmasche mit beiden Farben ab. Die Farben auf diesem Bild sind allerdings falsch und es zeigt auch die Vorderseite. Es soll nur ein Beispiel sein.
011Dann geht es mit der Grundfarbe weiter: Die erste Masche mit ihrem Umschlag links abstricken, die nächste Masche mit Umschlag abheben (hier zeigt sich auf der Rückseite die Schmuckfarbe als rechte Masche), die nächste wieder mit Ihrem Umschlag links abstricken, die nächste abheben, usw. Enden wird die Reihe mit: eine Masche mit ihrem Umschlag links zusammenstricken, die letzte zur Randmasche abheben, dabei den Faden vor die Nadel legen.
013Die Maschen wieder an den Anfang schieben und wieder mit der Schmuckfarbe stricken. Die Randmasche einfach seitlich abheben (sie ist ja schon doppelt gestrickt), die nächste Masche mit einem Umschlag abheben, die nächste mit ihrem Umschlag rechts zusammenstricken (sie zeigt sich ja schon als rechte Masche in der Schmuckfarbe, wieder eine mit Umschlag abheben, eine mit ihrem Umschlag rechts zusammenstricken, usw. Die zweite Doppelreihe endet mit einer abgehobenen Masche und der Randmasche, die mit dem Faden vor der Nadel abgehoben wird.

Diese zwei Doppelreihen werden immer wieder wiederholt.

Wichtig ist: Immer als erstes die Grundfarbe, dann die Maschen an den Anfang zurückschieben und die Schmuckfarbe stricken. Ich muß immer wissen, wo vorne und hinten ist und welche Farbe meine Grund- und welche meine Schmuck-Farbe ist.

Wenn ich das Muster in Runden stricken möchte, wie zum Beispiel bei meinen Bettschuhen, dann stricke ich immer eine Reihe Grundfarbe wobei ich die rechten stricke und die linken abhebe und eine Runde Schmuckfarbe bei der ich die Linken stricke und die rechten abhebe.

014Die Grundfarbe erscheint immer auf der Vorderseite, da spitzt die Schmuckfarbe nur durch.

 015 Die Schmuckfarbe erscheint auf der Rückseite

 

Zunahme aus Randmaschen

Bei meinem Tuch Frühlingswalzer nehme ich für die einzelnen Ecken aus den Randmaschen zu. Dabei steche ich nie in die Randmasche selber ein, sondern immer zwischen die Fäden, die zur Randmasche führen. So ziehe ich nicht die Randmasche unnötig groß und vermeide dadurch Löcher.
Normalerweise nimmt man ja bloß eine Masche pro Randmache auf, z. B. für Halsausschnitte. bei mir werden, damit sich die Teile verbreitern, aus jeder Randmasche zwei Maschen. Außerdem nehme ich sowohl auf der Rückseite als auch auf der Vorderseite zu.

Damit Sie sehen, wie ich das jeweils mache habe ich vom Zunehmen auf der Rückseite, also mit linken Maschen ein paar Bilder gemacht.

von hinten
Vorne liegen die Randmaschen des vorherigen Teils und ich habe die aufgenommenen Maschen auf der Nadel. Hier sieht man ganz gut, wie ich nicht in die Randmasche einsteche, sondern immer zwischen die Fäden, die zur Randmasche führen.

von vorne
Hier ist der gleiche Ausschnitt von der Vorderseite. Die Randmaschen sind nach hinten verschwunden und es gibt einen saubere Vorderseite ohne langgezogene Maschen.

 Auf dem Bild unten können Sie nochmal in groß sehen, wie ich sozusagen zwischen den Randmaschen eine Masche aufnehme. Die nächste kommt dann wieder in das größere Loch, das sich durch die Randmasche bildet.

Zunahme Nr. 2

So nehme ich übrigens auch zu, wenn ich nur eine Masche pro Randmasche aufnehme, dadurch ziehe ich die Randmaschen nicht so groß und es gibt kleinere Löcher zwischen Strickstück und, z.B., Halsrand.

Zunehmen aus dem Querfaden

Wer meine Strickanleitungen liest hat sich vielleicht schon darüber gewundert: Wenn ich aus dem Querfaden aufnehme, dann entweder links verdreht oder rechts verdreht. Das gefällt mir einfach besser, weil die Richtung der zugenommenen Maschen das Strickbild doch verändern kann:

Zunahmen auf beiden Seiten in einer Richtung

Bei diesem Stück habe ich beide Querfäden in die gleiche Richtung verdreht, wie man sieht, wird es an der Mittelmasche irgendwie nicht spiegelbildlich. Die Querfäden laufen beide in eine Richtung, einmal zur Mittelmasche hin (auf der rechten Seite) und einmal von ihr weg.

 Zunahme von der MM weg

Bei diesem Beispiel habe ich den Querfaden vor der Mittelmasche nach rechts verdreht und den nach der Mittelmasche nach links: Die Maschen sehen aus, als würden sie von der Mittelmasche weglaufen.

 Zunahme zur MM hin

Bei diesem Teil habe ich den Querfaden vor der Mittelmasche nach links verdreht und nach der Mittelmasche nach rechts. Resultat: Die Maschen sehen aus, als ob sie sich an die Mittelmasche anschmiegen.

Ich verwende beide Arten, je nachdem, wie es zum Muster paßt. Das probiere ich bei meiner Musterprobe aus.

Wer jetzt nicht weiß, was ich mit nach links- bzw. rechtsverdreht meine, hier noch ein paar Bilder:

Querfadenaufnahme nach rechts verdrehtSo wird der Querfaden aufgenommen, wenn man nach rechts verdrehen will.

abstricken nachrechts verdrehtUnd so abgestrickt.

Querfadenaufnahme nach links verdrehtSo wird er aufgenommen, wenn man nach links verdrehen will.

 abstricken nach links verdrehtUnd dann so abgestrickt.

Anschlag mit Luftmaschenkette

Wenn ich bei Tüchern die ersten Maschen anschlage sieht man immer die Anschlagkante. Das hat mich gestört und deshalb habe ich mir einen neuen Anschlag ausgedacht.

Luftmaschenkette
Als erstes häkle ich eine Luftmaschenkette und zwar so locker, daß die Luftmaschen mehr als doppelt so groß sind wie hinterher eine Strickmasche:

einzelne Masche
Dann steche ich mit meiner Stricknadel in den Faden unten ein, der von einer Luftmasche zur anderen führt, nicht in die Luftmasche selber, die bleibt unten liegen.

 von hintenHier sieht man, wie die Luftmaschen schön unten liegen und hinterher wie Randmaschen aussehen. Als nächstes stricke ich eine Rückreihe, damit die Luftmaschen bzw. Pseudo-Randmaschen in die richtige Richtung laufen.

Pfeilgrad und Doppelpfeil oder: Wie werden meine Tücher schräg?

Wie werden meine Tücher schräg?

 

SkizzeSo habe ich mir die Form des Tuches gedacht; Auf der einen Seite schräg und auf der anderen noch eine bißchen schräger. Und damit der Farbverlauf schön zur Geltung kommt, brauche ich die Zu- und Ab- nahmen an der richtigen Stelle: Skizze 1

Hier habe ich die Skizze mal auf das fertige Tuch gelegt:Skizze mit Bild Kopie

Oder in Strickschrift:Zusahme-Versuch-5Jetzt habe ich in jeder Reihe, also beim Hin- und Zurück-Stricken rechts und links jeweils eine Masche zugenommen und gleichzeitig in jeder zweiten in der Mitte eine Masche abgenommen. Durch die Abnahmen in der Mitte erreiche ich, daß die Reihen nach innen kippen, also der Farbverlauf schön schräg wird. Und durch die Zunahmen außen, die ja doppelt so oft sind, erreiche ich, daß mein Tuch immer breiter wird.

Das ist ja schon mal ganz schön, was jetzt noch fehlt ist, daß das Tuch ja auf der einen Seite schräger werden soll als auf der anderen. Das erreiche ich, indem ich auf der einen Seite einfach noch mehr Maschen abnehme, ich habe sie rot markiert:Zusahme-Versuch markiert-4Hier habe ich gleich noch in blau die Maschen der Rückreihe markiert, die man links abstricken muß, damit vorne eine schöne Mittelmasche entsteht.

Wenn ich das Tuch in der Mitte beenden will, wie auf diesem Bild, höre ich einfach auf indem ich an der schmalen Seite immer eine Masche stillege bis zur Mittelmasche und dann alle Maschen auf einmal abkette.

pfeilgrad lilaDer Verschluß auf diesem Bild entsteht, indem ich auf den Abkettrand eine Reihe halbe Stäbchen häkle, dann den Rand in elf gleiche Teile teile, immer drei halbe Stäbchen, am Anfang und Ende nur zwei und dazwischen einen Luftmaschenbogen von 14 Luftmaschen. Danach noch über alles eine Reihe halbe Stäbchen.
beideBei diesen beiden hier habe ich in der Mitte einfach mit verkürzten Reihen die ganze Sache umgedreht.

Die Anleitungen für die Tücher gibt es übrigens hier

 

Tücher und Schals

Ich habe mir was überlegen müssen, um Sockenwolle mit zu großem Farbverlauf zu verstricken. Da ist mir das hier eingefallen:

pfeilgrad lila

Den Verschluß habe ich mir bei Elisabeth Schulz abgeschaut, die hat ihn auf FB gepostet.

Verschlossen sieht er so aus:
pfeilgrad blau

Das ist natürlich jetzt eine andere Wolle gewesen.
Getragen sieht er so aus:
Tragefoto mit stempel
Das war aber jetzt wieder eine andere Wolle und auch ein anderes Muster.

Dieser sieht im Liegen so aus:

 Bild mit Stempel

Und mit wieder anderer Wolle und etwas verlängert so:

mit Stempel

Die Anleitungen dazu gibt es hier.

Die Vollendeten

Nachdem ich hier im Januar meine UvOs gezeigt habe, möchte ich jetzt auch ein paar Fortschritte zeigen:

Albrechts PulliFertiger Pulli von hinten

 Zusammengenäht und angezogen: Der Pulli für meinen Mann
Annas PulliBeide
 Links das erste Teil gespannt und rechts schon der Zweite fertig: Schräger Pulli aus ganz dünner Baumwolle
Roter Fussel-Pulligespanntes Vorder-und Rückenteil
 Dieser Pulli ist auch schon fertig, er hat schon die Besitzerin gewechselt und demnächst gibt es ein Tragephoto
Grüner Kid-Silk-JackePetrolfarbene Babykid-Jacke von vornePetrolfarbene Baby-Kid-Jacke von hinten

Die Jacke hat jetzt auch ihr Bündchen bekommen und ganz viele Knöpfe aus dem Fundus

Pulli mit Schrägstreifen

Nachdem die Strickmaschine gerattert hat, sind dann gleich zwei Pullis fertig geworden. Das war der erste, ein Teil davon haben sie ja schon gesehen:
Beiger PulliJetzt ist gleich noch einer dazu gekommen, leicht verändert und mit einer superdünnen Baumwolle, die ich gleich dreifach nehmen mußte:

Grüner PulliDoch bis es soweit gekommen ist, mußte viel gearbeitet werden: Als erstes war die Idee, eine Anleitung aus dem Online-Heft Sommer 2014. Dort ist der Pulli mit Nadelstärke 4 und in einem Stück gestrickt. Ich will ihn aber auf der Strickmaschine stricken mit einer Wolle, die ungefähr Nadelstärke zwei verlangt.

Also muß eine Maschenprobe her:
Maschenprobe

 Jetzt habe ich abgezählt bzw abgemessen, daß ich beim glatten Teil auf 10 mal 10 cm statt wie angegeben 22 Maschen und 32 Reihen 32 Maschen und 51 Reihen habe. Also habe ich die Maßangaben umgerechnet.
Leider wird der Pulli in der Anleitung auch noch aus einem Stück gestrickt, das geht natürlich niemals auf die Strima. Aber man kann ihn ja gut teilen.

mit ZeichnungBeim hellen Pulli habe ich dann gemerkt, daß er auf der einen Schulter doch nicht so schön liegt. Da wo das Dreieck eingezeichnet ist ist einfach zu viel Material.

beide aufeinander, SchulterDeshalb habe ich die Zunahmen beim grünen Pulli etwas abgeändert. Vielleicht kann man hiererkennen, daß die Schräge beim grünen Pulli etwas steiler wird. Leider fallen die Ärmel jetzt immer noch unterschiedlich lang und wenn ich den Pulli ein drittes Mal stricke, werde ich an der Seite einfach weniger Maschen zunehmen.

Beide

Sind sie nicht ein schönes Pärchen?

Anleitung Schnitt

Die Unvollendeten

Manchmal wird man ja auf komische Ideen gebracht, zum Beispiel, mal alle UvOs rauszusuchen. Was da bei mir zum Vorschein gekommen ist, zeige ich Ihnen mal:

Dreieckstuch

Das ist ein Schultertuch, gestrickt irgendwann 2014, müßte eigentlich nur noch gespannt werden. Aber irgendwie gefällt es mir nicht mehr.

dreifarbige Jacke

Das wird ein Mantel. Einer meiner ersten Versuche auf der Strickmaschine und mit Sicherheit schon vier Jahre alt. Leider habe ich mal irgendwann versucht, die Bündchen von Hand anzustricken. Die müßten jetzt nochmal aufgetrennt und auf die Maschine gehängt werden.
Albrechts Pulli

Ein Pulli für meinen Mann, begonnen, als ich ihn kennengelernt habe, das ist jetzt drei Jahre her. Aber der ist nicht eilig weil mein Mann sagt, Wollpullis sind zu warm.

Geisha-Jacke

Das wird eine Jacke aus Geisha-Wolle im 80-Jahre-Look, Farben und Wolle sind original. Dazu werde ich mir irgendwann auch noch den passenden Rock stricken. Leider fehlen noch Kragen und Bündchen.
Blau-weißes Wellenmuster

Dieses Ding, naja. Die Frage war: Was mache ich mit blauer Wolle? Die Antwort sollte eine Jacke im Wellenmuster sein. Dann ist mein Mann auf die Idee gekommen, man könnte das Wellenmuster ja auch schräg machen. Und da begannen die Probleme. Das Fazit: Ich bin gespannt, wann sie fertig wird!

Bunte Reste-Weste

In dieser Jacke habe ich ganz viele verschiedene Reste verstrickt. Jetzt versuche ich, die beiden Teile in der Mitte mit einem Zopf zu verbinden. An diesem Teil stricke ich im Moment tatsächlich.

Grüner Kid-Silk-Jacke

Hier kommt noch ein Kragen dran, dann ist sie fertig. Sie gehört auch zu den Sachen, die ich im Moment auch wirklich auf den Nadeln habe.

Roter Fussel-Pulli

Das wird ein Pullover für den Sommer. Das Muster ist recht einfach, deshalb ist das mein momentanes Projekt, wenn ich morgens Zeitung lese.

Annas Pulli

Das wird ein Pulli für meine Tochter, gestrickt auf der Strima, die leider wegen Umbauarbeiten im Moment nicht benutzt werden kann

 Also, wie Sie sehen gibt es noch viel zu tun!

Ein Schal fürs Fahrradfahren

Jetzt wird es doch noch mal Winter und ich habe mir mal wieder meinen Spezial-Schal herausgeholtIMG_1528Der Vorteil an dem ist, daß man ihn über den Kopf ziehen kann und so eine Kapuze hat

IMG_1535Und gleichzeitig ist er vorne schön zu, damit man am Hals nicht friert.IMG_1531Im Ganzen sieht er so aus:

Schal einfach so

Und wer ihn nachstricken will, findet die Anleitung hier

Anleitung für den Schal